
Friedensdienst - Umfrage
wow, FRANKFURT A.M., 11. Oktober 2000
Für den Fall einer Abschaffung
der Wehrpflicht plädiert die Mehrheit der deutschen Bevölkerung
für die Einrichtung eines freiwilligen Gesellschaftsdienstes. Bei
einer repräsentativen Emnid-Studie im Auftrag des Deutschen Caritasverbandes
sprachen sich 61 Prozent der Befragten für das Prinzip der Freiwilligkeit
aus, 38 Prozent bevorzugten die Einführung eines Pflichtdienstes.
Fast vier Fünftel (79 Prozent) hätten die Ansicht vertreten,
dass es für die Gesellschaft bedeutend sei, wenn sich junge Menschen
für mindestens ein halbes Jahr in gemeinnützigen Einrichtungen
engagierten. 56 Prozent stimmten einer Öffnung dieses freiwilligen
Dienstes für Jugendliche ab 15 Jahre zu. Für die repräsentative
Studie wurden 2385 Menschen telefonisch befragt. Auch unter zusätzlich
befragten 500 Personalverantwortlichen aus der Wirtschaft stieß die
Idee eines Freiwilligendienstes auf Zustimmung. Unter den potenziellen Dienstleistenden
fiel die Bereitschaft dazu zwar deutlich geringer aus, ist aber durchaus
vorhanden: Zehn Prozent äußerten sehr großes Interesse,
einen solchen Dienst zu absolvieren, weitere 33 Prozent "eher großes"
Interesse. Die Caritas zeigte sich überzeugt, dass sich aus dieser
Gruppe jährlich etwa 130 000 Freiwillige für den Dienst gewinnen
lassen.
Die Caritas hatte die Studie
in Auftrag gegeben, um die Akzeptanz ihres Vorschlags eines Freiwiligen
Zivildienstes prüfen zu lassen. Die Ergebnisse wertete der Verband
als Bestätigung seines Vorschlages, nach dem 15- bis 27-jährige
Männer und Frauen freiwillig auf Vollzeitbasis für sechs, zwölf
oder 18 Monate gesellschaftliche Dienste leisten. Dafür sollen sie
freie Unterkunft und Verpflegung sowie ein Taschengeld erhalten. Zudem
sollten Beiträge zu Renten, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gezahlt
werden.
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© Frankfurter Rundschau 2000, Erscheinungsdatum
12.10.2000
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