
Über 13.000 Männer mehr zum Zivildienst als zum Wehrdienst einberufen
91.408 Zivildienstleistende gegenüber 78.343 Wehrpflichtigen im Grundwehrdienst und im freiwillig verlängerten Wehrdienst
Im Haushaltsjahr 2004 wurden 78.343 Wehrpflichtige zum Grundwehrdienst und zum freiwillig verlängerten Wehrdienst einberufen. Den Zivildienst mussten im gleichen Zeitraum 91.408 Dienstpflichtige antreten. Weitere rund 3.500 Dienstpflichtige haben ein Freiwilliges Jahr statt des Zivildienstes angetreten, das vom Bundesamt bezuschusst wird. Peter Tobiassen von der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen meint dazu: "Das sind mindestens 13.000 Dienstantritte zu viel." Für das Haushaltsjahr 2005 sind 66.700 Einberufungen zum Grundwehrdienst und freiwillig verlängertem Wehrdienst geplant. Das Jugendministerium will im gleichen Zeitraum 109.000 Einberufungen zum Zivildienst vornehmen. 42.300 Männer sollen im nächsten Jahr über das Wehrdienstsoll hinaus Zivildienst leisten. Obwohl Gleichbehandlung von Wehr- und Zivildienstpflichtigen zugesagt und im Koalitionsvertrag schriftlich vereinbart wurde, beruft das für den Zivildienst zuständige Jugendministerium deutlich mehr Zivildienstpflichtige ein als das Verteidigungsministerium Wehrpflichtige. Da nur etwa 40% der tauglich gemusterten Wehrpflichtigen den Kriegsdienst verweigern, dürften nicht mehr zum Zivildienst einberufen werden als zum Grundwehrdienst, wenn es eine Gleichbehandlung geben sollte.
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