Freiwilliger Friedensdienst - Chance für Gemeinde, Kirche und Gesellschaft

Freiwilliger Friedensdienst im Ausland ist Auftrag und Chance für Gemeinde und Gesellschaft. Das ist das Ergebnis eines ökumenischen Konventes von kirchlichen Beauftragten für Friedensdienste und die Beratung von Kriegsdienstverweigerern in Baden-Württemberg.

Getagt hatten die Beauftragten aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Erzdiözese Freiburg, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der evangelischen Landeskirche in Württemberg am 18. November 2005 im Turmforum des Stuttgarter Hauptbahnhofs.

Am Vormittag hatte der neue Landesbischof Frank Otfried July den einleitenden württembergischen Teil des Beistandskonventes besucht und sich unter anderem über den „Anderen Dienst im Ausland“ (AdiA) informieren lassen. Das Pfarramt für KDV, ZDL und Friedensarbeit ist dabei als Entsendeorganisation für Stellen bei der Communauté de Taizé tätig. Zu Berichten und Austausch waren dazu der südkoreanische Frère Han Yol aus Taizé und der ehemalige Freiwillige Steffen Zickert aus Hamburg angereist.

Der badische Landesbischof Dr. Ulrich Fischer bezeichnete in seinem schriftlichen Grußwort an den ökumenischen Konvent den „Friedensdienst als eine Kernaufgabe unseres kirchlichen und diakonischen Handelns“. Es sei den „Auftrag unserer Kirchen, die sich auf das versöhnende Handeln Gottes in Jesus Christus berufen, Versöhnung und Frieden zu fördern“. Mit Blick auf die im freiwilligen Friedensdienst gewonnenen Erfahrungen setzte er hinzu: „Menschen, die solche Erfahrungen gemacht haben, sind wie Lichter, die in ihre Gesellschaft, ihre Kirchen und Gemeinden hinein ausstrahlen und dort auch neue Netzwerke für den Friedensdienst schaffen.“

Am Nachmittag berichteten anschließend Jochen Rimmele (Wernau), Michael Rodiger-Leupolz (Freiburg) und Jürgen Stude (Karlsruhe) jeweils zusammen mit zurückgekehrten Freiwilligen.

Eine einstimmig verabschiedete Resolution des ökumenischen Konventes fasst als Ergebnis zusammen, dieses „aus christlichem Glauben gewachsenes Engagement für Gerechtigkeit und Frieden setzt in einer konfliktreichen Situation (z.B. Bosnien, Israel, Nordirland usw.) Zeichen für eine solidarischere Welt und bahnt Wege zur Versöhnung. Die jungen Freiwilligen verstehen ihren Dienst zurecht als Beitrag zur Völkerverständigung und als Prävention gegen Vorurteile, Hass, Gewalt und Krieg. Als Berichterstatter und Rückkehrer nach Deutschland tragen diese jungen Menschen über ihre Dienstzeit hinaus eine Botschaft der Solidarität und Toleranz weiter. Die Lernerfahrungen eines Friedensdienstes erweisen sich für die Freiwilligen und für Gemeinde wie Zivilgesellschaft als nachhaltig. Die Verantwortlichen für Beratung und Begleitung von Kriegsdienstverweigerern und die christlichen Friedensdienste in den evangelischen und katholischen Kirchen Baden-Württembergs wissen sich von ihren Synoden und Bischöfen in ihrem Bemühen um den Ausbau dieser Friedensdienste als ureigenstem kirchlichen Anliegen getragen.“

Konkret verlangen die Konventsteilnehmerinnen für die Weiterarbeit: · „Der Andere Dienst im Ausland nach §14 b ZDG wie auch die so genannten „ungeregelten Freiwilligendienste“ müssen weiterhin erhalten bleiben und endlich eine finanzielle Förderung erfahren. · Wir halten es auch für dringend erforderlich, dass seitens des Landes und des Bundes mindestens die Aufwendungen für Kranken-, Unfall-, und Haftpflichtversicherung der jungen Freiwilligen übernommen wird. · Als Anerkennung des Friedensdienstes sollen den jungen Freiwilligen für Ausbildung und Studium Bonuszeiten angerechnet werden.“