
Zivildienstverkürzung
Stellungnahme des Konvents der Beistandspfarrer für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende (November 2009)
Für die Stärkung von Freiwilligendiensten
Der Konvent der Beistandspfarrer für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende in Württemberg hat über die Situation der Wehrpflichtigen und Zivildienstleistenden nach dem Beschluss im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung zur Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Monate beraten.
Gemäß Grundgesetz und Zivildienstgesetz wird bei Umsetzung dieses Beschlusses der Zivildienst ebenfalls auf sechs Monate verkürzt.
Die „Anderen Dienste im Ausland“ (nach § 14b Zivildienstgesetz) und das Freiwillige Soziale Jahr (nach §14c Zivildienstgesetz) erfordern dann jeweils nur noch acht Monate zur Abgeltung des Pflichtdienstes.
Für die Gesellschaft werden durch soziale Dienste junger Menschen wichtige Beiträge geleistet. Die Beistandspfarrer für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende plädieren jedoch statt eines nicht gerecht gehandhabten Pflichtdienstes für eine stärkere Unterstützung der freiwilligen sozialen Dienste. Insbesondere bedürfen auch Freiwilligendienste in der Friedens- und Versöhnungsarbeit einer Förderung.
Dafür müssen durch die Verkürzung der Wehrpflicht freiwerdende Mittel eingesetzt werden.
Pflichtdienste bleiben problematisch
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Der Weg in den Zivildienst setzt immer noch ein umfängliches Verfahren zur Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen voraus. Bei etwa der Hälfte aller KDV-Antragsteller moniert das Bundesamt für Zivildienst nicht eingehaltene Fristen, fehlende Anlagen oder eine seiner Ansicht nach mangelnde Darlegung der Beweggründe für die Gewissensentscheidung. Besonders beim letzten Punkt werden nach Erfahrung der Beistandspfarrer sehr unterschiedliche Maßstäbe angelegt. Die Inanspruchnahme eines Grundrechts, hier Artikel 4,3 Grundgesetz, sollte jedoch nicht an Bedingungen geknüpft werden.
In jedem Kirchenbezirk der evangelischen Landeskirche in Württemberg nimmt ein Pfarrer oder eine Pfarrerin den Zusatzauftrag zur ortsnahen Begleitung von Kriegsdienstverweigerern und Zivildienstleistenden wahr. Sie bilden den Konvent der Beistände für KDV und ZDL.
Beauftragter der evangelischen Landeskirche Württemberg für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende ist Pfr. Ulrich Schmitthenner.
Gegenwärtig leisten 2985 evangelische Gemeindemitglieder aus Württemberg Zivildienst.
Stuttgart, 11. November 2009
Kontakt:
Pfarramt für Friedensarbeit, KDV und ZDL
Haeberlinstr. 1-3
70563 Stuttgart
Tel.: 0711/9781-110
Fax: 0711/9781-115
E-Mail: ulrich.schmitthenner@ejwue.de
Internet: www.frieden-schaffen.de
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